Das heutige Alanya ist vor allem für seine seldschukische Architektur des 13. Jahrhunderts bekannt. Doch bevor Alaeddin Keykubad die Stadt zu seiner Winterresidenz machte, existierte an dieser Stelle über fünfhundert Jahre lang das byzantinische Kalonoros — der „Schöne Berg“.
Byzantinische Spuren sind in Alanya schwer zu finden: Seldschuken und Osmanen bauten praktisch alles sorgfältig um. Dennoch haben die Fundamente der Festungsmauern in der Oberstadt byzantinisches Mauerwerk bewahrt, und im Viertel Şekerhane finden Archäologen bis heute römisch-byzantinische Münzen.
Kalonoros selbst war ein wichtiger Hafen auf dem Weg von Konstantinopel nach Alexandria. Hier lag eine byzantinische Garnison, es gab eine Georgskirche (an ihrer Stelle steht heute die Süleymaniye-Moschee), und im Hafen wurden Getreide aus Anatolien und Olivenöl aus Zypern gelöscht.
Der Fall von Kalonoros im Jahr 1221 war dramatisch. Der griechische Kommandant Kyr Vard übergab die Stadt nach einer kurzen Belagerung und handelte sich dafür Land im Tal des Flusses Dim aus. Alaeddin Keykubad vermählte seine Tochter mit dem Sohn von Kyr Vard — diese politische Ehe gilt als eines der ersten Beispiele einer friedlichen Verschmelzung der byzantinischen und der seldschukischen Bevölkerung.